Film-Review: Star Trek – Section 31

Wer mich kennt, weiß dass ich ein Trekkie durch und durch bin. Aufgewachsen mit Voyager, Next Generation oder Deep Space Nine und auch die aktuelle Serie Strange New Worlds finde ich großartig. Kein Fan von Discovery hat dieser Film schon keinen guten Stand. Aber vielleicht irre ich mich auch?

Infos

Trailer:

Inhaltsangabe:

Zu Beginn des 24. Jahrhunderts. Imperatorin Philippa Georgiou schließt sich der „Section 31“, einer geheimen Abteilung der Sternenflotte für Spionage und Spionageabwehr an, die den Auftrag hat, die Vereinigte Föderation der Planeten zu schützen und dabei auch außerhalb der Sternenflotten-Vorschriften agiert. Georgiou muss sich während ihres Einsatzes mit den Sünden ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Zu ihrer Einheit gehören noch Agent Alok, der Chamäleoid Quasi, der Mecha-Anzug-Kämpfer Zeph, der Fake-Vulkanier Fuzz, die Deltanerin Melle und Sternenflotten-Lieutenant Rachel Garrett.

Regie: Olatunde Osunsanmi
Drehbuch: Craig Sweeny, Erika Lippoldt
Besetzung: Michelle Yeoh, Omari Hardwick, Kacey Rohl
Genre: Action, Sci-Fi
Laufzeit: 95min

Star Trek – Section 31 ist ein Streamingfilm und findet man seit dem 24.01.2025 auf Paramount+!

Review

Ohh Boy, wir müssen reden… und dafür fange ich mal von ganz von vorne an:

Ich und Star Trek

Ich bin Trekkie und auch stolz drauf. Ich bin dank meines Vaters und Bruder damit aufgewachsen. Lief es im Fernsehen habe ich immer mit geschaut. So bin ich mit Next Generation und der original Serie aufgewachsen. Mein Bruder schaute immer noch Deep Space Nine, aber das fand ich in meinen jungen Jahren total doof. Es war halt nicht die coole, glänzende Sternenflotte. Meine absolute Hype-Serie war damals Voyager. Die Serie war neu und wurde am Freitag 20:15 Uhr in Sat.1 immer geschaut. Ich habs geliebt.

Und da haben schon Hardcore-Trekkies (wir nennen sie Trekker) rumgemeckert, das Gene Roddenberry sich bei Voyager im Grabe umdrehen würde. So schlimm finden sie die Voyager-Serie. Mir wars egal, ich liebe Voyager bis heute noch. Aber ich will hier aufzeigen, dass damals schon der Rant auf die Serien gab. Es gab den auch bei Deep Space Nine.

Deep Space Nine war lange Zeit eine Lücke in meinem Star Trek Wissen, bis ich mich entschied die Serie ca. 2012/13 nachgeholt habe. Deep Space Nine war damals die erste Serie die Star Trek neu erfand. Die Sternenflotte ist war noch Zentrum der Geschehnisse, aber Mittelpunkt der Serie war kein Sternenflottenraumschiff, sondern eine herunter gekommmende ausseririrdische Raumstation. Die Serie wurde viel dunkler und düsterer erzählt (und ein Krieg war das Hauptthema) und anscheinend war es den Trekker auch damals zu viel und nicht Star Trek typisch.
Ich habe die Serie in mein Herz geschlossen.

Was ist Star Trek Typisch?

Viele wollen bei Star Trek das Bild was Roddenberry erschaffen hat. die Utopie mit anderen Völkern, die Diplomatie und das Menschen nur noch arbeiten um die Leute weitervoranzubringen. das jetzt sehr vereinfacht dargestellt.
Auch Ich mag diese Utopie, ABER ich will auch die andere Seite sehen. Ich will auch mal das dreckige. Die Unterwelten. Die Syndikaten, die sich gegenseitig abmurksen. Das alles gibs bei Star Trek. Wird aber selten thematisiert. Eine richtige Serie dazu gab es nie.
Generell bin ich sehr offen was mir Star Trek bieten will. Discovery mit seinem 31 Jahrhundert-Setting fand ich z.B. öde, da ich die Schiffsdesign schon hässlich fand.

Section 31

Section 31 wurde in Deep Space Nine 1998 in der sechsten Staffel eingeführt. Ich habe vor diesem Film nochmal extra die Folge angeschaut. Die Section 31 existiert seit der Gründung der Föderation. Die Sternenflotte, die das „Militär“ der Föderation verkörpert, hat einen offiziellen Geheimdienst. Die Section 31 ist ein inoffizieller Apparat innerhalb dieser Geheimdienstorganisation. Die Föderation leugnet die Existenz von Section 31.

Ich zitiere aus der Deep Space Nine Folge „Inquisition“ ein Dialog zwischen Bashir (Arzt der Crew) und Direktor Sloan (von Section 31)

Bashir
 Und was tut Sektion 31 normalerweise, neben dem Kidnappen von Sternenflottenoffizieren?
Sloan
 Wir suchen und identifizieren potentielle Gefahren für die Föderation.
Bashir
 Und wenn sie identifiziert sind?
Sloan
 Dann gehen wir damit um.
Bashir
 Und wie?
Sloan
 Unauffällig.
Bashir
 Und wäre ich ein Spion des Dominion gewesen? Was wäre mit mir passiert?
Sloan
 Wir würden nicht hier stehen und diese Unterhaltung führen.
Bashir
 Und die Sternenflotte heißt das gut, was Sie da tun?
Sloan
 Wir bitten weder um Zustimmung, noch legen wir für spezifische Operationen Berichte vor, wenn Sie das meinen. Wir sind eine autonome Abteilung.

Sektion 31 ist also eine Abteilung, die komplett eigenständig handelt und auch nicht koschere Möglichkeiten einsetzt um Gefahren für die Föderation zu minimieren. Wir kommen nochmal drauf zurück. Jetzt zum Film Section 31!

Star Trek: Section 31

Nach 9 Jahren kommt endlich ein neuer Star Trek Film heraus und damit der insgesamt 14. Film aus dem Franchise. Diesmal nicht im Kino, sondern direkt für den Stream. Hauptfigur ist die von Michelle Yeoh gespielte  Imperatorin Philippa Georgiou. Diese Figur wurde in Discovery eingeführt und für 3 Staffeln auch aufgebaut. Sie war der Captain von Michael Burnham und wurde am Ende von den Klingonen getötet, wo sich Burnham die Schuld gab. Im Laufe der Staffel reiste die Discovery in ein Paralleluniversum, wo die andere Georgiou eine böse Imperatorin eines Terranischen Imperium ist. Burnham holt diese Person ins eigentliche Universum um ihre eigene Schuldgefühle zu mildern. Wirklich sinnig und logisch war diese Entscheidung nicht, aber sie stand im Drehbuch. Daraus folgte, das Michelle Yeoh nicht wirklich was in dieser Serie was zu tun hatte. Da die Schauspielerin in Hollywood sehr begehrt wurde innerhalb der Drehzeiten, steigte Yeoh in der dritten Staffel von Discovery aus. Section 31 sollte am Anfang auch eine Serie werden, aber wegen Terminschwierigkeiten wurde es nur ein Film.

Der Film setzt dort ein, wo Yeoh in der Serie ausstieg. Glaube ich, denn genau erklärt wurde es nicht. Und am Anfang gibt es erstmal eine Rückblende, wie Georgiou in ihrem Universum Imperatorin wurde. UND ALLEINE DIESE 10 Minuten hätten einen besseren Film abgegeben, wenn sie es als Prequel aufgebaut hätten. Sie musste mit anderen Jugendliche mehrere Jahre um Leben und Tod kämpfen. Der Sieger wird Imperator. Dann wäre es ein Tribute von Panem Film mit Star Trek Setting gegeben. Wäre Bombe gewesen. (Genau deshalb wurde es vielleicht nicht umgesetzt)

Ich mochte in der Discovery-Serie die Rolle von Michelle Yeoh nicht. Sie war mir einfach zu drüber und die ganze Backstory war halt sinnfrei. In diesem Film hat sie mir tatsächlich gefallen und ich konnte mehr mit Ihr anfangen. Wenigstens da hat sie meine Pluspunkte bekommen.

Wir müssen auch mal über Rachel Garrett reden. Hier ist sie eine Sternflottenoffizierin, die als eine Art „Aufpasserin“ dient, die die Section 31 Agenten in die Schranken weisen soll, wenn sie zu sehr gegen die Direktiven der Sternenflotte arbeiten… Warum? Das widerspricht ALLES was für die Section 31 spricht. Da oben ist ein Zitat, wie die Section 31 handelt und operiert. Die Sternflotte leugnet die Existenz. Warum sitzt im Team eine Aufpasserin der Sternenflotte?! Und warum trägt sie den Namen? Sie hätte auch Inge Borg heißen können und es wäre etwas erträglicher. Warum rege ich mich jetzt über den Namen auf? Erklärung: Rachel Garrett ist später im Canon der Captain der Enterprise-C. (TNG-Folge: Die alte Enterprise)
Warum wird sie in diesen Film reingeschrieben? Nur als ein Easter-Egg für die Fans. Und dann widerspricht es noch komplett der Lore von Section 31.

Dann gibt es noch der Chef der Agenten, der im Laufe des Films erzählt das er aus den eugenische Kriege aus dem 20. Jahrhundert stammt. Im Canon stimmt das sogar. So gab es die Eugenische Kriege von Khan und seine genetisch aufgewerteten Anhänger ca. im Jahr 1995. Da muss ich aber kurz die Serie Strange New Worlds ansprechen, die diesen Canon etwas korrigiert haben und die eugenischen Kriege im 21. Jahrhundert stattfinden. Ich glaube das war so, die Folge war etwas zu kompliziert.

Es gibt noch viele andere Dinge die mich stören, wie z.B. ein Roboter-Vulkanier, der die Lore von Data widerspricht. Aber dann wären wir morgen noch beschäftigt.

Warum werden so ne Details nicht berücksichtigt? das macht mir das Canon kaputt und eine Prequel-Geschichte wie Georgiou zu Imperatorin wurde wäre 1000mal besser. Da das auch in einer Paralleluniversum spielt, hätten sie nicht auf das Canon achten müssen.

Letzte Sache die ich gut finde: zwei Alienrassen wurden wieder zurückgebracht, die in Star Trek schon mal tragende Rollen hatten: die Deltaner (Star Trek – Der Film) und die Chamäleoniden (Star Trek VI – Das Unentdeckte Land).

Fazit

So. Dieses Review ist ausgeufert, aber das war mir schon im Voraus klar. Bei Star Trek kann ich nicht anders.
Gut an dem Film fand die Musik, die mal etwas anders war. Auch toll war die Rückkehr der zwei Alienrassen. Ansonsten dämliche Story die auf ein Bierdeckel passt und der Look passte nicht zu Star Trek.
Aber dennoch vielleicht mal anschauen, denn nur wenn der Film gute Abrufzahlen hat, können weitere Streamingfilme produziert werden. Star Trek kann mehr und vor allem bessere Geschichten erzählen 😉 (4/10pkt)

Bewertung: 4 von 5.

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